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Equines metabolisches Syndrom (EMS)

Das equine metabolische Syndrom ist eine Erkrankung des endokrinen Systems (Hormonsystems), das insbesondere für die Entstehung von Hufrehe von Bedeutung ist. Die Erkrankung betrifft vor allem leichfuttrige Pferde- und Ponyrassen im Alter zwischen 8 und 18 Jahren. Besonders eine energiereiche Fütterung oder Überfütterung bei gleichzeitigem Bewegungsmangel begünstigen ein equines metabolisches Syndrom.

Ursächlich verantwortlich ist eine Störung im Energie- bzw. Zuckerstoffwechsel der betroffenen Pferde. Normalerweise wird nach der Futteraufnahme, besonders nach energiereicher Fütterung, eine Insulinausschüttung bewirkt, die zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels führt. Der Blutzucker wird dabei in verschiedenen Organen und Geweben in Energie umgewandelt. Bei dem equinen metabolischen Syndrom wird nach der Futteraufnahme ebenfalls Insulin ausgeschüttet, die Organe und Gewebe sprechen jedoch nicht auf das Insulin an, so dass der Blutzuckerspiegel erhöht bleibt (Insulinresistenz). Durch den dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel wird weiter Insulin ausgeschüttet, ohne jedoch eine Wirkung zu zeigen. Sowohl der erhöhte Insulinspiegel als auch der erhöhte Blutzucker sind schädlich für die Organe und Gewebe und können zu einer Hufrehe führen, wobei der genaue Mechanismus noch nicht vollständig geklärt ist.

Klinisch zeigt sich ein equines metabolisches Syndrom durch Übergewicht, ungleiche Verteilung der Fettdepots (vor allem am Mähnenkamm, über den Augen, an der Kruppe, um die Schweifwurzel und am Euter bzw. Schlauch), Hufrehe, vermehrten Appetit, Lethargie und gelegentlich gesteigerter Durst und vermehrtes Harnlassen.

Bei der Blutuntersuchung ist Insulin erhöht (bis über 300 pmol/l, entspricht ca. 42 uU/ml), Glucose und Triglyceride sind zumeist leicht erhöht. Zur weiteren Abklärung kann ein Glucosetoleranztest oder ein kombinierter Glucose/Insulin-Test durchgeführt werden. Zum Ausschluss eines equinen Cushing Syndroms sollten auch ACTH gemessen werden und bei Bedarf ein Dexamethasonsuppressionstest durchgeführt werden. ACTH sollte bei einem equinen metabolischen Syndrom normal sein, kann aber durch Stress und Schmerzen ansteigen.

Eine Therapie ist schwierig, da Medikamente, die in der Humanmedizin bei Insulinresistenz eingesetzt werden, für Pferde noch nicht verfügbar sind. Auf jeden Fall sollte aber die Nährstoffzufuhr dem Bedarf angepasst werden bzw. eine Gewichtsabnahme (z.B. durch Heu oder unmelassierte Rübenschnitzel) angestrebt werden und die körperliche Bewegung intensiviert werden.

Quellen: de.wikipedia.org/wiki/Metabolisches_Syndrom_(Pferd); Der Praktische Tierarzt 90, Heft 6 (2009); equivetinfo.de/html/metabolisches_syndrom.html